Schamanismus ist die älteste ganzheitliche Volksheilkunde auf unserem Planeten, sie wird nachweislich seit mehr als 40.000 Jahren praktiziert. Als einen Schamanen bezeichne ich ausschließlich einen spiritueller Vermittler aus dem Bereich des sibirischen Animismus, der seine Gabe nach einer außerordentlich langen Lehrzeit von bis zu 42 Jahren zum Gemeinwohl seines Volkes und einzelner Menschen ausübt. Die Besonderheit bei einem ausgebildeten Schamanen besteht darin, dass er OHNE bewusstseinserweiternde Drogen in Trance gehen und als Bindeglied zwischen den Welten fungieren kann! Dies gilt gleichfalls für sibirische  Schamanen, die südamerikanischen Curanderos, die nordamerikanische Medizinmänner und -frauen bzw. Vertreter anderer Naturvölker. Dazu gehören auch die keltischen Druiden und die germanischen Seidr- bzw. Galdr-Kundigen.

 

Leider ist es in der heutigen schnelllebigen Zeit nicht allen Menschen gegeben, die Geduld für eine richtige schamanische Einweihung aufzubringen und sich das Wissen zu erarbeiten. Statt dessen wird viel lieber zur "Medizin" gegriffen (Ayahuasca, Peyote oder andere Pilze), um ein schnelles Ergebnis zu erhalten. Der heute moderne Neo-Schamanismus unterscheidet sich deutlich von der klassischen Variante. Man erhält zwar auch hier "Einweihungen", die jedoch weit von der Tiefe des ursprünglichen Schamanismus entfernt sind. Vieles kratzt am Rande des Pseudo-Schamanentums, man muss sich schon seiner Handlungen in aller Tragweite bewusst sein! Es ist jedenfalls nicht zielführend, einem Klienten lediglich ein paar im veränderten Bewusstseinszustand kreierten Aussagen hinzuwerfen und diesen ohne professionelle Interpretation der Hilfestellung wieder allein gehen zu lassen.

 

Aus Respekt gegenüber den vielen verschiedenen spirituellen Medien, deren kulturelle Hintergründe und deren Ahnen möchte ich für mich ausschließlich die Bezeichnungen verwenden, die der Tradition unserer Alpenregion entsprchen.  In unserer alten Sprache gibt es jeweils einen eigenen Namen für die 72 überlieferten Aufgaben eines menschlichen Vermittlers zwischen den Welten. Diese Namen können - wie bei alten indogermanischen Sprachen üblich - nicht mit einem einzigen deutschen Wort in seiner Ganzheit erfasst werden kann. Sie stehen jedoch für die, von unseren Vorfahren der frühen Jäger- und Sammlerkulturen und in weiterer Folge den Hirten- und Bauernvölkern entwickelten, sehr komplexen Spiritualität, die eng mit den Zeichen und kalendarischen Gegebenheiten der Natur verbunden ist. 

 

Die ursprüngliche Bedeutung des Begriffes "Schamane" stammt aus der tungusischen Sprache und bedeutet: "Jemand, der mit Hitze und Feuer arbeitet". Dies spiegelt sich auch im breonischen Namen wieder. Die Breonen waren der Volksstamm, der im Wipptal seit Urzeiten heimisch war. Auch sie hatten ihre eigenen, mündlich überlieferten Techniken und Methoden.

 

Aus meiner Sicht ist es wichtig, einen Einblick in die schamanischen Techniken der verschiedenen Völker zu haben, um diese mit der ursprünglichen breonischen Technik aus dem alpenländischen Kulturkreis abzugleichen. Aus diesem Grund bilde ich mich diesbezüglich gerne und oft weiter. Zu meinen Lehrern gehören Schamanen aller Kontinente. Es ist keinesfalls sinnvoll, als Praktizierender nur die Methoden und Techniken eines anderen Volkes zu übernehmen, da dies auch oft von den verschiedenen Völkern nicht gutgeheißen wird. Die Herkunft und der Lebensraum des Klienten sind zudem ausschlaggebend, welche Technik zielführend angewendet werden kann. Es muss nicht immer ein aufwändiges Ritual ausgeführt werden - es genügt, wenn die Kommunikation mit den Wesen der geistigen Welt funktioniert!